Autoreferat

Dr. Józef Szopiñski
ul. Koncertowa 7/33
20-843 Lublin
Polen

Berufslebenslauf


Die Richtung meiner wissenschaftlichen Entwicklung wurde über viele Jahre durch mein Psychologiestudium an der Katholischen Universität Lublin, durch das Thema meiner Magisterarbeit und meiner Doktorarbeit sowie durch Fortbildung und wissenschaftliche Reisen in die deutschsprachigen Länder und nach Lateinamerika geprägt.

Meine wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind aus meiner Berufstätigkeit erfolgt.

Mein Berufsleben lässt sich in 5 Etappen beschreiben.

I. 1968 – 1976

Das Psychologiestudium an der Katholischen Universität Lublin und meine erste Anstellung an der Maria-Curie-Sk³odowska-Universität Lublin – die Arbeiten, in denen meine Aufmerksamkeit auf die Beschreibung des Funktionierens des Subsystems Ehe gelenkt wurde. In der Liste der Veröffentlichungen – Positionen 1-3 und 41.

Ich habe damals bemerkt, dass es zwar sehr viele Arbeiten zu Familienthemen gibt, die sich aber vorwiegend nicht auf den Kern - das Subsystem Ehe - konzentriert haben, sondern auf sich nach außen offenbarte Symptome.

II. 1979 – 1999

Die Arbeit in der Polyklinik mit dem Schwerpunkt Verbreitung der Familiengesundheit, wirtschaftliche Aspekte der Familiengesundheit, Prophylaxe und Psychotherapie In der Liste der Veröffentlichungen – Positionen 14-27 und 42.

Meine Arbeiten haben lebhaften Anklang im wissenschaftlichen Milieu gefunden. Das ist zum Ausdruck gekommen sowohl durch die Zahl der Professoren, die sich auf meine Veröffentlichungen berufen haben (Grzesiuk L., Niebrzydowski L., Butrym Z., Ryœ M., Starowicz L.), als auch dadurch, dass meine Ehebindungskala in der Habilitationsarbeit (Goliñska L. - Katholische Universität Lublin), in der Doktorarbeit (Owczarek M. –Stefan-Wyszynski-Universität Warszawa) und in vielen Magisterarbeiten an der Warschauer Universität, an der Katholischen Universität Lublin, Jagielloner Universität Kraków, verwendet wurde.
Obwohl etwa 25 Jahre seit der Veröffentlichung meiner Forschungen vergangen sind, berufen sich Autoren nach wie vor darauf (neunmal M.Ryœ: Ehepsychologie (Psychologia ma³¿eñstwa). Otwock 1997).

Nachdem ich die Arbeit in der Psychologischen Beratungsstelle in der Polyklinik in Lublin im Jahre 1979 begonnen hatte, konnte ich feststellen, dass meine beruflichen Kompetenzen eingeschränkt waren, was mein Bedürfnis nach Fortbildung weckte.
Diese hat vielseitig stattgefunden:

1.Im Rahmen der Polnischen Psychologischen Gesellschaft (Wissenschaftliches Treffen Katowice1977, Kraków 1984)

2.Monatliche Berufspraxis im Institut für Forschung und Ausbildung in Kommunikationtherapie, München 1978

3.Die selbst erprobte Kleingruppendynamik während des Internationalen Kongresses an
der Katholichen Universität Lublin 1981

4.Fortbildung in Werkstatt Institut für Lebendiges Lernen (WILL-International) in der Schweiz, von 1982 bis 1994 (cirka 700 Stunden), abgeschlossen mit dem Diplom im Bereich Teamleitung.

5.Ein Grundkurs für Leistung der psychologischen Unterstützung (114 Stunden) in der Polyklinik, Lublin 1983

6.Psychotherapiekongress, in der DDR 1985

7.Internationaler Psychotherapiekongress, in Jugoslawien 1985

8.Die alljährliche Teilnahme an den Lindauer Psychotherapiewochen (BRD), 1986-1993


Die Teilnahme an den oben erwähnten Fortbildungsformen hat zum Kennenlernen von mannigfaltigen Methoden der Arbeit mit Menschen geführt: Dank der Fortbildung im psychotherapeutischen Bereich habe ich Möglichkeiten der Einwirkung auf das Individuum kennengelernt, dank WILL-International habe ich meine Professionalität zur Leitung von Gruppen entwickelt

1.Ich habe zusammen mit meinen Kollegen Werkstatt Institut für Lebendiges Lernen-Polen zur Förderung und Entwicklung von Kompetenzen in der Gruppen- und Teamleitung gegründet.

2.Ich war in der 3-jährigen Amtszeit Vorsitzender der Wissenschaftlichen Sektion der Psychotherapie, Niederlassung Lublin bei der Polnischen Psychiatrischen Gesellschaft

3.Ich habe in dieser Zeit ein strukturiertes Training „Aktivieren der Patienten im Heilprozess und in der Arzneimittelsuchtentgegenwirkung” ausgearbeitet und praktisch bei vielen Ärztegruppen geübt - in der Polyklinik in Lublin

4.In Zusammenarbeit mit E. Januszewska habe ich Beschwerdenfragebogen und Verhaltensfragebogen von K.Hock und H.Hess den polnischen Bedingungen angepasst. Die Anwendung dieser Fragebogen im Bezirkskrankenhaus Lublin hat den Diagnoseprozess abgekürzt und sparsamere Maßnahmen im Heilprozess eingeführt.

5. Ich habe sehr viele Programme für Verlobte und für Eltern, die ein Kind erwarten, durchgeführt (ca. 1000 Teilnehmer), die sich auf das Prinzip der Kleingruppendynamik stützten, um meine Kenntnisse in Gruppendynamik zuüberprüfen und zu vervollkommnen.

6. In Zusammenarbeit mit Spezialisten aus Werkstatt Institut für Lebendiges Lernen International habe ich viele Workshops zum Thema Kommunikation und Zusammenarbeit in der Gruppe organisiert.

7. Ich habe 80 Ausbildungsprogramme für zahlreiche Einrichtungen und Berufsgruppen (Firmenbesitzer und Firmenchefs, Beamte, Verkäufer, Feuerwehr, Bürgermeister, Geistliche) durchgeführt. Diese Fortbildung in Workshopform hat sich auf die Problematik von Kommunikation und Zusammenarbeit in diesen Einrichtungen konzentriert.

8. Ich war Betreuer von 17 Magisterarbeiten in Psychologie und 26 Arbeiten im Bereich Management im Bildungswesen, die zur Absolvierung von ergänzenden Studien geschrieben wurden.


III. 2000 – 2004


Die Arbeit an der Katholischen Universität Lublin und an Privathochschulen – empirische Untersuchungen bei 300 polnischen Managern, das Suchen nach der Korrelation zwischen den Parametern des Familien- und Berufssystems - In der Liste der Veröffentlichungen – Positionen 28-30, 33-37.

Die bisherige 20-jährige Arbeit bei derselben Einrichtung im Gesundheitswesen, die 5 Minuten zu Fuß von meiner Wohnung entfernt war, wurde durch einjährige Arbeitsverträge an der Universität oder an der Hochschule ersetzt, was mir neue und reiche Berufserfahrungen gebracht hat. Der Kontakt mit vielen Organisationen, für die ich psychologische Workshops durchführte, hat gezeigt, dass sie sich nur äusserlich verändert haben. Daher war das Entwickeln von kreativen Möglichkeiten bei Angestellten und Managern nicht möglich.

Während meiner langjährigen Berufstätigkeit hat sich die Frage ergeben: Warum wiederholen die einen Menschen jahrelang oder ihr ganzes Leben lang das gleiche Verhaltensmuster, das keine erwarteten Ergebnisse bringt, während die anderen ihr Verhalten adäquat zum sich selbst gestellten Ziel umgestalten können?

Während ich Menschen bei der Lösung ihrer Familienprobleme helfe und auch Trainings und psychologische Workshops für Geschäftsleute durchführe, bemerke ich, dass in den beiden Bereichen, die meistens getrennt und verteilt beschrieben werden, dieselben Verhaltensmuster ans Tageslicht kommen, in der nonverbalen oder symbolischen Form: kreative Verhaltensweisen oder reproduktive. So eine erste Probe der Verbindung dieser zwei Bereiche war das Fallstudium eines Managers, der trotz guter Berufsvorbereitung ohne feste Anstellung blieb (in: Psychotherapie 1998, Nr.4, S.39-53).

Einerseits ist die Kreativität von Managern in der Fachliteratur als Grundbestandteil von Managerkompetenzen aufgezählt, andererseits ist sie nur in geringem Grad empirisch untersucht.

Kreative und reproduktive Verhaltensweisen sind in jeder Organisation vorhanden. Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung werden hauptsächlich dank den „Neuerern“ zustande gebracht. Der Vergleich der Eigenschaften bei Neuerern und „Marodeuren“ vedeutlicht die Persönlichleit der beiden. Außerdem wird durch das fehlende Forschingsinteresse an Marodeuren das Entwicklungstempo der ganzen Wirtschaft abgeschwächt, nach dem Motto: „ Die Karawane kann sich nur so schnell wie das schwächste Kamel bewegen.”

Für eine bedeutende Leistung meiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen in der dritten Etappe halte ich die interdisziplinäre Auffassung der Managerfunktionsweise, also die Beachtung der gegenseitigen Beeinflussung von Berufs- und Familiensphrere, wodurch neue Kräfte der Kreativität befreit werden.

Die Anwendung der Arbeitstechniken, die in der Psychologie eingesetzt werden, hilft bei der Identifizierung von verschiedenen Barrieren und bei ihrer allmählichen Beseitigung, damit die verborgenen und blockierten Kräfte der Kreativität sowohl bei Angestellten als auch beim Leitungspersonal einer gegebenen Organisation identifiziert werden. Das ermöglicht auch effektives Coaching von Firmenchefs.

Die Berücksichtigung der Emotionensprache, der Symbolsprache bestätigt die Angaben, die bei Anwendung von statistischen Methoden gewonnen werden.
Die bisherige postulante Kreativitätbeschreibung, die in der Fachliteratur zu treffen ist, ersetze ich durch empirische Kennziffern, was bessere Bildungsgrundlagen für den Unternehmungsgeist schafft.

Bei sich verringernden Bodenschätzen, sollte die Organisation Möglichkeiten zur Entwicklung der inneren Kräfte der Mitarbeiter bieten.

Die Ergebnisse meiner empirischen Forschungen wurden an den vier durch die Maria Curie-Sk³odowska-Universität Lublin veranstalteten Wissenschaftskonferenzen präsentiert.

IV. 2005 – 27. 02.2006

Hochschule in Kielce und Universität Rzeszów

Die früher durchgeführte Fortbildung im Bereich der Arbeit mit Einzelpersonen und mit Gruppen ermöglichen mir nicht nur, die konstatierten Regelmäßigkeiten zu beschreiben, so wie es der Fall in der ersten Phase meiner wissenschaftlichen Arbeit war, sondern auch diese Regelmäßigkeiten in konkreten Organisationen anzuwenden, unabhängig davon, was für ein Wirtschftszweig das ist.
Meine berufliche Tätigkeit betrifft jetzt vor allem die Bildung im Hochschulwesen und die Managerfortbildung ( Slowakei, Ukraine). In der Liste der Veröffentlichungen – Positionen 32, 38-40.